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| Hertha Firnberg timeline |
Kindheit und Jugend
Gelassenheit, Heiterkeit und vor allem die Wärme im Elternhaus von Hertha Firnberg prägten ihre Kindheit und Jugend. Schon
als kleines Kind war sie mit den Sorgen
und Nöten der "kleinen Leute", die täglich in der Gemeindearztpraxis des Vaters in Niederrußbach ein und aus gingen, vertraut.
Bereits früh wurde den Kindern im
Elternhause die Bedeutung von Bildung vermittelt. Diese elterliche Prägung dürfte das sozialpolitische Engagement Hertha
Firnbergs maßgeblich beeinflusst haben.
Schulzeit und Studienjahre
1926 schloss sie sich dem Verband Sozialistischer MittelschülerInnen (VSM) an, später dem Verband Sozialistischer StudentInnen
(VSStÖ) und dissertierte 1936
in Wirtschafts- und Sozialgeschichte über das Thema Lohnarbeit im Mittelalter.
Leben während der NS - Zeit
Hertha Firnberg, seit 1928 Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP), war eine absolute Gegnerin sowohl
des Ständestaates als auch des Nationalsozialismus.
So wurde das Haus der Schwestern Firnberg nicht nur zu einem Treffpunkt politisch fortschrittlich Denkender, sondern auch zu einer
Zufluchtsstätte politisch Verfolgter. Abseits der
Bestialität des Nazi-Regimes bedeutete diese dunkle Zeit für Hertha Firnberg ein Jonglieren mit der Sicherung ihres Lebensunterhalts.
Wissenschaft und Forschung
Mit dem Kriegsende wechselte Hertha Firnberg als Bibliothekarin und Assistentin an die Universität Wien. 1948 wurde
sie Angestellte der Arbeiterkammer, bald
Abteilungsleiterin für Statistik und Leiterin der Studienbibliothek.
Tätigkeiten als Politikerin
Als Hertha Firnberg 1959 in den Bundesrat entsandt wurde, erregte sie bereits mit der Parole "Mehr Arbeiterkinder an
höhere Schulen" über Wien hinaus Aufsehen.
Sie ließ Beratungsstellen errichten und arrangierte Nachhilfekurse für Benach- teiligte an Volkshochschulen.
Tätigkeiten als Politikerin
Ab 1963 war sie Mitglied des Nationalrates, dem sie bis 1983 angehörte. Zudem war sie von 1959 bis 1970 Mitglied der österreichischen
Delegation zur Beratenden
Versammlung des Europarates.
Für die Rechte der Frauen
Als im Jahr 1967 Rosa Jochmann ihre Funktion als Vorsitzende der sozialistischen Frauen zurück legte, wurde Hertha
Firnberg einstimmig zu ihrer Nachfolgerin
gewählt. Als erste Akademikerin hat sie das frauenpolitische Erbe von Adelheid Popp, Gabriele Proft und Rosa Jochmann
mehr als gepflegt. Mit ihrer berühmten
liebenswürdigen Hartnäckigkeit setzte sie sich vehement für die Rechte der Frauen und gegen ihre Diskriminierung ein.
Erfolgreiche Wissenschaftsministerin
Die überragende Kompetenz, Durchsetzungskraft und soziale Ausrichtung Hertha Firnbergs blieben auch Bruno Kreisky
nicht verborgen. Er betraute sie 1970 mit
einem bis dato ausschließlichen "Männerressort", dem Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung. Hertha
Firnberg, die dieses Amt als erste Frau
in der österreichischen Geschichte mit Bravour ausgeführt hat, konnte beweisen, dass Frauen für alle Funktionen in Staat
und Gesellschaft geeignet sind.
Zu einem ihrer größten Erfolge
als Wissenschaftsministerin gehört die Hochschulreform im Jahr 1975. Hertha Firnberg gelang es, das Universitäts-Organisations-
Gesetz durchzusetzen, das zur Demokratisierung
der Universitäten führte. Mit der Abschaffung der Studiengebühren und Schaffung von Stipendien, Schulbuchaktion
und Schulfreifahrt, um nur einige zu nennen,
konnte die Ministerin ihre Überzeugung, dass Bildung für alle frei zugänglich sein muss, umsetzen.
Hertha − Firnberg − Stipendien
Der FWF (Fonds zur Förderung der wissen- schaftlichen Forschung) hat 1998 die Hertha−Firnberg−Stellen ins Leben gerufen
und damit eine gezielte Förderung für
Frauen in der Wissenschaft geschaffen. Firnberg ist Patin dieses Förderprogramms, weil sie sich als Frau in Männerdomänen
behauptet hat − zu einer Zeit, in der das
alles andere als selbstverständlich war. Erst wenn Frauen innerhalb der gleichen Rahmenbedingungen agieren können, haben
sie die gleichen Chancen.
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